Dienstag, 28. September 2010

Aisément

Gestern waren wir in einer Shisha-Bar. Eine Schande, dass es dort kein belgisches Bier gab!
Heute hatte ich frei und war ziemlich lange in der Stadt, rumgelaufen. In Brüssel stinkt es meiner Meinung nach ziemlich oft nach Urin. Das liegt vielleicht daran, dass das Wahrzeichen dieser Stadt ein pinkelnder Junge ist, der heißt Manneken Pis. Der ist ungefähr 60 cm groß und alles was er tut ist pinkeln und verschiedene Kostüme tragen, der hat schon über 800 verschiedene. Zum Welt-Aids-Tag wird der z.B. mit Kondomen eingekleidet. Manneken Pis wurde 1619 von Hieronimus Duquesnoy, einem brüssler Bildhauer, gemacht. Das Original steht allerdings im Stadtmuseum. Manneken Pis hat auch eine Freundin: Janneken Pis. Die pinkelt ganz unscheinbar in einer kleinen Nische gegenüber von der Kneipe Delirium Tremens, aber auch erst seit 1985.
Morgen muss ich wieder wecken, meine Lieblingsaufgabe. In der Früh ist man immer ganz alleine und ich hab immer noch ständig Bedenken, dass irgendwas schief geht. Bestimmt geht das weg, wenn ich es nur ein paar mal gemacht habe.
Ich bin schon sehr gespannt, wie viele Tage ich über Weihnachten nach Hause fahren kann.



Samstag, 25. September 2010

Anvers, le centre du commerce international des diamants

"Deuxième ville de Belgique, Anvers est aussi la plus grande ville de Flandres. Son port est l'un des plus animés d'Europe. Le peuplement qui vit le jour sur les rives de l'Escaut au deuxième siècle fut intégré au duché de Brabant en 1106, devenant son port principal. Deux siècles plus tard, Anvers était devenue l'un des grands centres européens de l'industrie textile. Toutefois, c'est sous la domination espagnole que la ville connut son âge d'or. Anvers fut alors illuminée par le génie artistique de son plus célèbre enfant, Pieter Paul Rubens (1577-1640). Fidéle à son riche passé marchand et culturel, Anvers connaît aujourd'hui une renaissance qui transparaît à travers ses programmes de rénovation et de réhabilitation. La ville est également avant-gardiste dans l'univers de la mode." (Zoë Hewetson, Philip Lee, Zoe Ross, Collectif: Bruxelles, Bruges, Gand et Anvers. Hachette Tourisme, 11. Februar 2009, S.94)

Heute war ich in Antwerpen, mit einer anderen Assistentin. Es war echt gut, mitzugehen, damit ich mal was anderes mache als nur im Foyer rum zu hocken. Ich will auf jeden Fall nochmal irgendwann nach Antwerpen. Für die Hin- und Rückfahrt hab ich nur 7, 40€ gezahlt. Wir haben uns das Fotomuseum und das Museum für moderne Kunst angeschaut, außerdem wollten wir in die Kathedrale gehen, hätten aber 5€ Eintritt bezahlen müssen, also haben wir es nicht gemacht, obwohl ich schon gerne die Rubens-Gemälde da drin hätte sehen wollen. In Antwerpen bringt es einem gar nichts, wenn man französisch kann (Antwerpen ist in Flandern). Das find ich immer wieder sehr faszinierend an Belgien, dieses Sprachengewusel.
In Belgien gibt es drei offizielle Amtssprachen: Französisch, Holländisch und Deutsch. 60% der belgischen Bevölkerung sind Flamen, sprechen also holländisch. Circa 40% sind französisch und unter 1% sind deutschsprachig. 
"Dieses Denkmal ist ein Königreich wert, es verdient mit einem Futteral verdeckt und dem Volk nur einmal im Jahr gezeigt zu werden." Kaiser Karl V. über den Turm der Liebfrauenkathedrale

Donnerstag, 23. September 2010

Le jour sans voitures

Unglaublich, wie leise eine Stadt sein kann, wenn keine Autos fahren. Man kommt sich ein bisschen vor wie kurz nach der Apokalypse oder wie in einer Geisterstadt. Wenigstens am Vormittag. Nachmittags war hier die Hölle los. Überall Fahrräder. Und ein Riesenfest im Parc du Cinquantenaire. Wir sind da mit den Leuten hingegangen und ganze vier Stunden geblieben, das hat mich echt überrascht, dass die Leute das so lange ausgehalten haben. Sogar Waffeln haben wir alle gegessen. Obwohl das Wochenende echt wahnsinnig stressig war, hat es Spaß gemacht. Jedenfalls finde ich sollte es jede Woche einen autofreien Tag geben, überall.
Ich merke auch, wie ich den Personnes immer näher komme, das ist schön, wenn man so eine Art "Fortschritt" sehen kann. Dann denkt man, ok, es geht schon irgendwie vorwärts und die Zeit ist nicht stehen geblieben. Mein Französisch wird auch immer besser. Mittlerweile wurde verboten, am Tisch deutsch zu sprechen, was heißt, dass ich jetzt echt mal anfangen muss, zu reden.
Bald muss ich mein Zimmer tauschen, dann muss ich alles wieder einpacken und wieder auspacken. Wenigstens ist das andere Zimmer einen Tick größer als mein jetziges, aber die Vorhänge sind nicht so schön 50er-Jahre-Style, sondern nur noch hässlich. Tja so ist das hier.

        

Samstag, 18. September 2010

Parc du Cinquantenaire

Die Wochenenden, an denen man arbeiten muss, sind anstrengender als die Wochentage, weil man am Wochenende nämlich keine vier Stunden Pause einlegen kann... Außerdem muss man sich was einfallen lassen, damit den Leuten nicht langweilig wird und damit sie was tun. Ich bin jetzt, am Samstag, schon fix und fertig und frage mich, wie der Sonntag wohl noch werden wird. 
Heute waren wir zum Beispiel im Parc du Cinquantenaire und haben uns ein Konzert angehört von einer Band, deren Namen ich nicht weiß. Das war echt schön, ich fands schade, dass wir  so früh wieder gehen mussten, weil es ja um sieben Uhr immer Essen gibt. Im Parc du Cinquantenaire scheint ziemlich oft was statt zu finden, neben dem Konzert gab es auch eine Art Pavillon, in dem man Wein probieren konnte, es gab auch Schnecken zu essen, die waren aber leider nicht kostenlos also hab ich keine probiert...
Im Parc du Cinquantenaire gibt es immer mindestens tausend Jogger. Der Park ist 1880 zum 50. Jahrestag der belgischen Unabhängigkeit angelegt worden, den Triumphbogen gibt es aber erst seit 1905. Während dem Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Parkgelände Nahrungsmittel angebaut. In den Gebäuden neben dem Triumphbogen ist das Autoworld Museum, das Musée Royal de l'Armée und die Musées royaux d'art et d'histoire.

Freitag, 17. September 2010

Le vélo rouge

Naja jetzt kann ich sowieso erst mal nicht mehr ausprobieren, hier mit dem Rad rumzukurven, weil mir nämlich auf dem Rückweg vom Place Jourdan die Kette gerissen ist. Genau, wie ich es prophezeit habe: in den ersten paar Tagen hier geht mein Rad eh kaputt. Jetzt muss ich eine neue Kette kaufen und reparieren und wünsche mir eigentlich, dass mein Bruder da ist, damit er das machen kann. Dumm gelaufen.
Der Place Jourdan ist gar nicht so schön, wie ich ihn mir vorgestellt habe, überall sind Autos rumgefahren und in der Mitte steht die runde Friterie Maison Antoine. Ich hab eine halbe Portion Pommes gegessen, und vom Hocker gehauen haben sie mich nicht. Also man hat nichts verpasst, wenn man in Brüssel war und nicht bei Maison Antoine Pommes gegessen hat. 



 

Les Journées du Patrimoine

Meinen Französischkurs mag ich freitags also wirklich lieber als an den anderen Tagen. Heute bin ich nach dem Kurs sogar direkt wieder ins Foyer gefahren und hab dafür nur ungeschlagene 10 Minuten gebraucht. Sonst war mein Weg immer fast zwei Stunden lang, weil ich immer so viele Zwischenstopps eingelegt habe. In meinem Kurs sind nur zwei Deutsche: ich und noch ein Mann. Die anderen kommen aus Spanien, Ägypten, Italien, Palästina, Nigeria, Weißrussland und anderen abenteuerlichen Ländern. Ich sitze immer neben einer aus Italien, die aber eigentlich aus Marokko kommt und einer aus Vietnam. Ich liebe die Vietnamesin, weil man einfach kein Wort versteht, wenn sie redet, klingt einfach alles vietnamesisch. Gestern hat sie mitten in einer Übung plötzlich ihren Stift hochgehalten: "Bähnsel Schahwenä!" Alle haben wir sie blöd angeschaut. "Bähnsel Schahwenä? Bähnsel Schahwenä!" Bis plötzlich einer gecheckt hat, dass sie einen pencil sharpener braucht. 
Nachher wollen ein neuer Assistent und ich den Place Jourdan anschauen, der hier in der Nähe ist, das ist da, wo diese tolle Friterie sein soll. 
Am Wochenende sind hier in Brüssel die Journées du Patrimoine, die sind einmal im Jahr und da haben anscheinend Gebäude offen, die man sich sonst nicht so einfach anschauen kann, außerdem dürfen am Sonntag hier keine Autos fahren, nur Fahrräder, dafür sind die öffentlichen Verkehrsmittel umsonst. Das muss sicher cool sein, dann mit dem Rad rumzukurven ganz ohne Autos. Aber ich kanns leider nicht ausprobieren, weil ich am Wochenende arbeiten muss.

Donnerstag, 16. September 2010

Koninkrijk België

Belgien gibts erst seit 1830. Nationalfeiertag ist der 21. Juli, da wurde der erste belgische König vereidigt (Leopold I). Belgien ist eine parlamentarische Monarchie, der König heißt König Albert II (*1934), seine Frau ist Königin Paola (*1937). Die zwei haben drei Kinder: Prinz Philippe (*1960), Prinzessin Astrid (*1962) und Prinz Laurent (*1963). Und natürlich eine Menge Enkel.